Wird meine Ernährungsbetreuung durch meine Krankenkasse bezuschusst?

Die Ernährungsberatung und Ernährungstherapie wird grundsätzlich erstmal nicht durch die Krankenkassen übernommen oder bezuschusst und es handelt sich somit um eine Privatleistung. Zunächst muss zwischen den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen unterschieden werden. Wenn Sie privat versichert sind, empfehlen wir Ihnen im Vorwege Kontakt mit Ihrer Kasse aufzunehmen und eine mögliche Bezuschussung abzuklären. Gerne stellen wir entsprechende Teilnahmebescheinigungen o. a. erforderliche Dokumente zu diesem Zwecke aus. Im Falle der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es einzelne Fälle, in denen Ernährungsberater ihre Leistung zulasten der GKV erbringen dürfen. Da die Ernährungsberatung derzeit keine Pflichtaufgabe der GKV ist, kann sie nur im Rahmen des §20 und 20 a SGB V als Primärprävention angeboten werden.

Ernährungsberatung in Form der Primärprävention gemäß §20 und 20 a SGB V

Durch die individuelle Ernährungsberatung als primärpräventive Maßnahme sollen insbesondere Mangel- und Fehlernährung vermieden, Übergewicht und Folgeerkrankungen reduziert sowie die betriebliche Gesundheitsförderung ausgebaut werden. Es geht hierbei um die Erhaltung der Gesundheit bei noch Gesunden. Der Spitzenverband der GKV hat in dem sogenannten Leitfaden Prävention die Kriterien und Voraussetzungen hierfür auf Bundesebene festgelegt. Zunächst einmal muss die Beratung in Form von Kursen angeboten werden. Der Zuschuss ist dabei von Kasse zu Kasse unterschiedlich, liegt aber meistens im Bereich von 75 - 100 EUR zweimal pro Jahr. Sowohl die Kurse selber, als auch der Ernährungsberater und Kursleiter müssen durch die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert werden. Dies ist eine Kooperationsgemeinschaft aller gesetzlicher Krankenkassen zur Zertifizierung von Präventionskursen. Unser Konzept ist bereits durch die ZPP zertifiziert. Die bezuschussfähigen Kurse können wir derzeit leider noch nicht anbieten. Dies wird voraussichtlich 2020 der Fall sein.

Ernährungsberatung gemäß §43 SGB V (Patientenschulungsmaßnahme)

Bei den Patientenschulungsmaßnahmen handelt es sich laut Gesetz um ergänzende Leistungen zu Rehabilitation für chronisch Kranke. Auch diese sind keine Pflichtleistungen der GKV. Ein Anspruch besteht nur dann, wenn die Ernährungstherapie aus medizinischen Gründen ärztlich attestiert erforderlich ist. Die gemeinsamen Empfehlungen der GKV regeln hier die Kriterien und Voraussetzungen für eine Erstattung. Die Schulung muss durch ein interdisziplinäres Team unter Beteiligung eines Arztes erfolgen. Die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ist zwingend notwendig und muss dokumentiert werden. Weitere Voraussetzung ist das Vorliegen einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung. Die Kostenübernahme muss vor Beginn der Schulung bei der Krankenkasse beantragt und genehmigt werden. Die vollständig erstattungsfähigen Schulungen können wir derzeit leider noch nicht anbieten. Dies wird ebenfalls voraussichtlich 2020 der Fall sein.

Ernährungsberatung als Heilmittel bei Mukoviszidose und seltenen Stoffwechselerkrankungen

Mit Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses vom 16.03.2017 wurde Ernährungstherapie als verordnungsfähiges Heilmittel für Patienten mit Mukoviszidose und seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen neu in die Heilmittelrichtlinie aufgenommen. Damit kann die Ernährungstherapie von einem Vertragsarzt der GKV im Rahmen des Behandlungsplans verschrieben werden. Speziell ausgebildete Therapeuten dürfen diese Leistung dann erbringen und vollständig zulasten der GKV abrechnen. Diese Leistung können wir (noch) nicht erbringen und verweisen auf speziell ausgebildete Ernährungstherapeuten.

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