Sollten Bio-Produkte verwendet werden?

Der Begriff bzw. das Attribut "Bio" hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies hängt sicherlich auch mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung und dem zunehmenden Wunsch nach nachhaltig produzierten Lebensmitteln zusammen. Sind Bio-Produkte nun aber gesünder als konventionell erzeugte Lebensmittel? Sollte ich lieber mehr Geld für meine Lebensmittel ausgeben und zu Bio greifen? Die Antwort lautet: es kommt darauf an. 

Wir nehmen auf zahlreichen Wegen Schadstoffe auf. Sie gelangen über die Lunge (z. B. Umgebungsluft mit Abgasen), durch Hautkontakt (z. B. Kosmetika) und den Magen-Darm-Trakt (z. B. über Lebensmittel) in unseren Körper. Alle Lebensmittel, auch biologisch angebaute, sind mit Schadstoffen belastet, da sie alle in der gleichen Umwelt produziert werden (die Schadstoffbelastung in der Luft kann auch ein Biobauer nur schwer beeinflussen). Im Unterschied zu konventionell erzeugten Lebensmitteln unterliegen Bio-Produkte aber strengeren Regularien, z. B. hinsichtlich des Pestizid- und Düngemitteleinsatzes bei Pflanzen oder des Einsatzes von Medikamenten bei Tieren. 

Generell sollte der Eintrag von belastenden und schädigenden Stoffen in den Körper so gering wie möglich gehalten werden. Der Verzicht auf hoch verarbeitete Lebensmittel leistet bereits einen großen Beitrag dazu. In Bezug auf die Lebensmittelauswahl bedeutet dies weiterhin, dass bestimmte, besonders belastete Lebensmittel, gemieden bzw. hinsichtlich ihrer Qualität und Herkunft besonders sorgfältig ausgewählt werden sollten. Dies betrifft insbesondere Fleisch, Fisch und Eier. Hier lohnt es sich in jedem Fall auf Bio-Produkte (wenn möglich von regionalen Höfen) zurückzugreifen und dafür die Häufigkeit des Verzehrs zu reduzieren. Dies reduziert nicht nur den Schadstoffeintrag in den Körper, sondern trägt auch massiv zum Schutz der Umwelt bei. Bei pflanzlichen Lebensmitteln muss weiter differenziert werden. Für alle Produkte gilt, dass diese vor dem Verzehr und vor dem Schneiden und Weiterverarbeiten gründlich gewaschen werden sollten. Am effektivsten ist dies unter fließendem, kühlen Wasser, ggf. unter Einsatz einer Gemüsebürste. Da sich die meisten Rückstände oft in der Schale befinden, ist es bei einigen Lebensmitteln sinnvoll, diese vor dem Verzehr zu schälen, wenn sie nicht aus biologischem Anbau stammen. 

Das schmutzige Dutzend

Die regelmäßig am meisten belasteten Obst- und Gemüsesorten werden auch als das "schmutzige Dutzend" bezeichnet. Dies sind beginnend mit der höchsten Belastung*:

  • Erdbeeren
  • Spinat
  • Nektarinen
  • Äpfel
  • Trauben
  • Pfirsiche
  • Kirschen
  • Birnen
  • Tomaten
  • Sellerie
  • Kartoffeln
  • Paprika

Bei diesen Produkten ist es in jedem Fall sinnvoll, sie in Bioqualität zu kaufen. Aber auch Grünkohl, Kopfsalat, Blaubeeren, Gurken, Pflaumen und Himbeeren sind relativ stark belastet und können gerne in Bioqualität gekauft werden.

Und die anderen Obst- und Gemüsearten?

Zwiebeln, Mais, Spargel, Erbsen, Weißkohl, Auberginen, Brokkoli und Süßkartoffeln sowie Avocados, Ananas, Mangos, Kiwis, Papayas und Melone weisen die geringsten Rückstände auf und können zum Zweck der Kosteneinsparung auch aus konventionellem Anbau bezogen werden. Die äußeren Blätter von Kopfsalat und Weißkohl sollten entfernt werden, wenn sie nicht aus biologischem Anbau stammen. 

Alle anderen Sorten befinden sich im mittleren Bereich der Liste und es liegt bei jedem Einzelnen zu entscheiden, wie viel Geld er in seine Lebensmittel investieren kann und möchte. An dieser Stelle muss auch ganz klar gesagt werden, dass das Konzept auch mit rein konventionell erzeugten Lebensmitteln funktioniert. Es kommt auch hier ganz auf die individuelle Grundbelastung an. Im Zweifel kann mit dem Berater eine entsprechende Lebensmittelauswahl erarbeitet werden, um den Eintrag durch hoch belastete Lebensmittel zu minimieren. 

*basierend auf den Daten der Environmental Working Groupabgerufen am 28.11.2018

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